KI-Texte schreiben: So entstehen mit KI Texte, die nach Ihrem Unternehmen klingen
KI-Texte schreiben und erstellen: Ablauf in 5 Schritten, Briefing und Prompts, typische KI-Muster entfernen, kann man KI-Texte erkennen und was rechtlich gilt.

KI-Texte schreiben heißt, Texte mit Hilfe eines Sprachmodells wie ChatGPT, Claude oder Gemini zu erstellen: vom ersten Entwurf über Varianten bis zur Überarbeitung. Gute KI-Texte entstehen nicht durch einen geschickten Einzeiler, sondern durch ein klares Briefing, eigene Inhalte und eine menschliche Prüfung vor der Veröffentlichung.
Dieser Artikel gehört zu meinem Leitfaden KI im Marketing. Er richtet sich an Unternehmen, die Blogartikel, Produkttexte, Newsletter, Social-Media-Beiträge oder E-Mails mit KI erstellen wollen, ohne dass alles gleich klingt. Seit 2025 unterrichte ich KI im Marketing in Weiterbildungskursen. Die häufigste Frage dort lautet: Warum klingen meine KI-Texte so beliebig? Die Antwort steckt fast immer im Ablauf, nicht im Werkzeug.
Was KI beim Schreiben heute kann
Sprachmodelle schreiben grammatikalisch saubere Texte in jedem Ton, in Sekunden. Sie fassen lange Dokumente zusammen, formulieren um, übersetzen, schlagen Gliederungen vor und liefern zehn Varianten einer Überschrift. Laut einer Bitkom-Umfrage vom Februar 2026 sagen 51 % der befragten Unternehmen, dass generative KI schon einen erheblichen Teil der kreativen Arbeit im Marketing übernimmt.
Was Sprachmodelle nicht können: wissen, was in Ihrem Unternehmen passiert. Sie kennen Ihre Kunden nicht, Ihre Preise, Ihre Projekte, Ihre Meinung. Und sie erfinden Fakten, wenn ihnen welche fehlen, und zwar so überzeugend formuliert, dass es beim schnellen Lesen nicht auffällt. Daraus folgt die wichtigste Regel für KI-Texte: Die Substanz liefern Sie, die Formulierung liefert die KI.
Welche Texte sich für KI eignen
- Produkt- und Leistungsbeschreibungen aus Datenblättern
- Zusammenfassungen, Protokolle, interne Texte
- Varianten für Anzeigen und Betreffzeilen
- Social-Media-Beiträge aus eigenen Artikeln
- Übersetzungen mit Prüfung
- Blogartikel und Ratgeber
- Newsletter
- Website-Texte, Leistungsseiten
- Fallstudien (nur mit echten Fakten)
- Verträge, AGB, Datenschutzerklärung
- Aussagen zu Gesundheit, Recht, Steuern, Finanzen
- Zitate und Referenzen von Kunden
- Pressemitteilungen mit Zahlen
Die rote Spalte heißt nicht, dass KI dort tabu ist. Sie heißt, dass eine fachkundige Person jeden Satz prüft. Eine KI kann einen Entwurf für eine Datenschutzerklärung strukturieren, verantworten muss ihn trotzdem jemand, der sich auskennt.
Der Ablauf in fünf Schritten
- MenschBriefing
Ziel, Zielgruppe, Kernaussage, Fakten, eigene Beispiele.
- KIEntwurf
Gliederung, dann Text, nur mit den Fakten aus dem Briefing.
- MenschFakten prüfen
Jede Zahl, jedes Zitat, jede Quelle gegen das Original.
- KI + MenschÜberarbeiten
Kritischer Durchgang, Floskeln raus, eigene Stimme rein.
- MenschFreigabe
Laut lesen, entscheiden, veröffentlichen.
Wer die Schritte drei bis fünf weglässt, spart kurzfristig noch mehr Zeit und bezahlt später: mit falschen Zahlen, austauschbaren Texten und Lesern, die nach dem ersten Absatz abspringen.
Gute KI-Texte entstehen im Briefing
Der Unterschied zwischen einem beliebigen und einem guten KI-Text entsteht vor dem ersten Prompt. Ein vollständiges Briefing hat zwei Teile. Den ersten füllen Sie einmal für Ihr Unternehmen aus und verwenden ihn immer wieder, den zweiten pro Text.
Teil 1, die Grundlagen: Wer sind Sie in einem Satz? Wer ist Ihre Zielgruppe, mit welchen Problemen? Sie oder du? Welche drei Wörter beschreiben Ihre Tonalität? Welche Wörter verwenden Sie nie? Und ganz wichtig: ein Beispieltext, der so klingt, wie Sie klingen wollen. Ein einziger guter Beispielabsatz verbessert die Ergebnisse oft stärker als eine Seite Stilbeschreibung.
Teil 2, der einzelne Text: Textart, Ziel, Kernaussage in einem Satz, geprüfte Fakten mit Quelle, eigene Erfahrung oder ein Beispiel, Gliederung oder Pflichtpunkte, Länge, Handlungsaufforderung, bei Webtexten der Suchbegriff.
Ein Beispiel, wie das in einem Prompt aussieht:
Du schreibst für die Müller Fördertechnik GmbH, einen Hersteller von Förderbändern
für die Lebensmittelindustrie mit 80 Mitarbeitenden.
Zielgruppe: Produktionsleiter in mittelständischen Lebensmittelbetrieben.
Ansprache: Sie. Ton: sachlich, direkt, technisch kompetent, ohne Werbesprache.
Nie verwenden: innovativ, ganzheitlich, Lösungen aus einer Hand, revolutionär.
Aufgabe: Blogartikel, ca. 900 Wörter, Thema „Hygienic Design bei Förderbändern“.
Kernaussage: Hygienegerechte Konstruktion spart mehr Reinigungszeit, als sie in der
Anschaffung mehr kostet.
Fakten (nur diese verwenden): [geprüfte Angaben mit Quelle]
Eigene Erfahrung: [zwei Sätze aus einem Kundenprojekt, freigegeben]
Ende: Hinweis auf die kostenlose Hygiene-Checkliste.
Regeln: Wenn dir eine Information fehlt, schreibe [FEHLT: …] statt etwas zu erfinden.
Erst die Gliederung zeigen, dann auf mein Okay warten.
Das Unternehmen im Beispiel ist erfunden, der Aufbau stammt aus meinen Kursen. Zwei Details machen den größten Unterschied: die Regel mit [FEHLT], die das Erfinden von Fakten deutlich reduziert, und die Gliederung vorab, weil sich ein schiefer Aufbau später kaum noch reparieren lässt.
Prompt-Techniken, die bessere Texte liefern
Rolle und Kontext statt Befehl. „Schreib einen Text über X“ liefert Durchschnitt. „Du schreibst für [Unternehmen] an [Zielgruppe], Ziel ist [Ziel]“ liefert einen Text mit Richtung.
Beispiele zeigen. Geben Sie einen oder zwei Absätze, die Ihnen gefallen, und schreiben Sie dazu: „Orientiere dich an Satzlänge und Ton dieses Beispiels, nicht am Inhalt.“
In Etappen arbeiten. Erst Gliederung, dann Abschnitt für Abschnitt. Lange Texte in einem Durchgang werden zur Mitte hin flacher.
Kritik-Durchgang. Lassen Sie die KI ihren eigenen Entwurf als kritische Lektorin lesen: Wo stehen Behauptungen ohne Beleg? Wo klingt es nach Werbung? Welche Sätze sind länger als 25 Wörter? Danach überarbeiten lassen. Dieser zweite Durchgang kostet eine Minute und bringt oft mehr als jeder ausgefeilte Erstprompt.
Gezielt nachfragen statt neu würfeln. Wenn ein Absatz nicht passt, sagen Sie konkret, was nicht passt: „Zu allgemein, nenne ein Beispiel aus dem Maschinenbau“ ist besser als „Mach das besser“.
Eigene Inhalte einspeisen. Gesprächsnotizen, Sprachmemos, Präsentationen, Angebotstexte: Je mehr echtes Material Sie mitgeben, desto weniger muss die KI erfinden. Ein Trick aus der Praxis: Erzählen Sie der KI das Thema fünf Minuten lang per Spracheingabe, so als würden Sie es einem Kunden erklären. Aus dieser Mitschrift entsteht ein deutlich persönlicherer Text als aus Stichpunkten.
Kostenloser Download
Briefing-Vorlage und Prüfliste für KI-Texte
Das Briefing, mit dem KI-Entwürfe nach Ihrem Unternehmen klingen, plus die Prüfliste vor der Veröffentlichung. Word-Datei zum Ausfüllen.
Danke! Hier ist Ihr Download.
Der Download startet über den Button. Wenn Sie ein Anliegen ausgewählt haben, melde ich mich persönlich bei Ihnen, sonst hören Sie nichts weiter von mir.
Briefing-Vorlage herunterladenVom Rohentwurf zum fertigen Absatz
So sieht ein typischer Rohentwurf aus, wenn man einen KI-Assistenten nur bittet, einen Absatz über Wartungsverträge für Druckluftanlagen zu schreiben:
Rohentwurf: „In der heutigen Industrie ist eine zuverlässige Druckluftversorgung von entscheidender Bedeutung. Ein Wartungsvertrag bietet Ihnen nicht nur Sicherheit, sondern auch Effizienz und Planbarkeit. Mit unserem ganzheitlichen Service sind Sie bestens aufgestellt.“
Drei Sätze, keine einzige Information. Nach einem Briefing mit echten Angaben und einem Kritik-Durchgang wird daraus:
Überarbeitet: „Ein Wartungsvertrag für Ihre Druckluftanlage umfasst zwei Inspektionen im Jahr, den Tausch von Filtern und Verschleißteilen und einen Techniker, der bei Störungen innerhalb von 24 Stunden vor Ort ist. Leckagen fallen dabei früh auf. Das zählt, weil undichte Leitungen in vielen Betrieben einen spürbaren Teil der Druckluft verlieren, ohne dass es jemand bemerkt.“
Was den Unterschied macht, sind die Angaben aus dem Briefing: Leistungsumfang, Reaktionszeit, ein konkreter Nutzen. Die KI hat sie nur in Form gebracht. Das Beispiel ist für diesen Artikel erstellt. Wenn Sie in einem echten Text eine Zahl zu Leckageverlusten nennen, gehört eine Quelle dazu.
Ihre Markenstimme auf einer Seite
Damit KI-Texte nach Ihrem Unternehmen klingen und nicht nach dem Durchschnitt des Internets, braucht es einen kurzen Stilleitfaden. Eine Seite reicht, länger liest ihn niemand, auch keine KI. Bewährt hat sich dieser Aufbau:
- Wer wir sind: ein Satz, wie Sie ihn einem neuen Kunden sagen würden.
- Für wen wir schreiben: zwei, drei Sätze zur Zielgruppe, mit deren Sorgen in deren Worten.
- Wie wir klingen: drei Eigenschaften mit je einem Gegenteil, zum Beispiel „direkt, nicht schroff“, „fachlich, nicht akademisch“, „freundlich, nicht anbiedernd“.
- Was wir nie schreiben: eine Liste mit zehn bis zwanzig Wörtern und Wendungen, die nicht zu Ihnen passen.
- Schreibweisen: Firmen- und Produktnamen, Anrede, Zahlenformat, Gendern ja oder nein und wie.
- Zwei Beispielabsätze: einer, der genau richtig klingt, und einer, der typisch falsch klingt, mit kurzer Begründung.
Den Leitfaden legen Sie in Ihrem KI-Assistenten als dauerhafte Anweisung ab, viele Business-Versionen bieten dafür Projekte oder benutzerdefinierte Anweisungen. Dann gilt er automatisch für alle Texte des Teams.
Tipps für einzelne Textarten
Produkt- und Leistungsbeschreibungen. Hier spart KI am meisten, weil die Fakten schon vorliegen: Datenblätter, technische Daten, Kundenfragen aus dem Vertrieb. Geben Sie diese Daten strukturiert mit und lassen Sie einen Nutzen pro Merkmal formulieren („Edelstahlgehäuse“ wird zu „lässt sich mit Hochdruck reinigen, ohne zu korrodieren“). Bei vielen Produkten lohnt sich eine feste Vorlage, die Sie für jedes Produkt mit neuen Daten füllen.
Website- und Leistungsseiten. Diese Texte entscheiden über Anfragen. Nutzen Sie KI für Varianten und Struktur, schreiben Sie die Kernaussagen aber selbst. Der erste Absatz sollte sagen, was Sie anbieten, für wen und was es bringt. Das hilft Lesern, Google und KI-Suchen gleichzeitig, wie der Artikel GEO-Optimierung zeigt.
Blogartikel und Ratgeber. Hier ist eigene Substanz am wichtigsten. Planen Sie pro Artikel mindestens ein Beispiel, eine Zahl oder eine Meinung ein, die nur Sie liefern können. Arbeiten Sie Abschnitt für Abschnitt statt in einem Durchgang.
E-Mails und Angebotstexte. KI formuliert schnell eine freundliche, klare E-Mail aus Stichpunkten. Achten Sie darauf, dass keine Kundendaten in Werkzeuge ohne Auftragsverarbeitungsvertrag gelangen, und lesen Sie jede E-Mail vor dem Senden, besonders Zahlen und Namen.
Stellenanzeigen. KI ist hier sehr hilfreich, um Anforderungen zu sortieren und einen einladenden Ton zu treffen. Prüfen Sie den Text auf Formulierungen, die nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz problematisch sein können, etwa Altersangaben wie „junges Team“ oder unnötige Anforderungen an Deutschkenntnisse.
Pressemitteilungen. Gut für Struktur und Varianten der Überschrift. Jede Zahl und jedes Zitat muss freigegeben sein. Erfundene Zitate in einer Pressemitteilung sind einer der peinlichsten Fehler, die passieren können.
Typische KI-Muster erkennen und entfernen
Unbearbeitete KI-Texte haben Erkennungsmerkmale, die Leser zunehmend bemerken. Wer sie kennt, findet sie beim Überarbeiten schnell. Die häufigsten im Deutschen:
| Muster | Beispiel | Besser |
|---|---|---|
| Floskel-Einstieg | „In der heutigen schnelllebigen Welt …“ | Direkt mit der Antwort oder einer konkreten Situation beginnen |
| Leere Verstärker | „entscheidend“, „maßgeblich“, „nahtlos“, „ganzheitlich“ | Streichen oder durch eine konkrete Angabe ersetzen |
| Ankündigungen | „Es ist wichtig zu beachten, dass …“ | Den Inhalt einfach sagen |
| Dreierketten | „schnell, effizient und zuverlässig“ in jedem Absatz | Eine Eigenschaft, dafür belegt |
| Gegensatz-Schablone | „Es geht nicht nur um X, sondern auch um Y“ | Nur verwenden, wenn der Gegensatz wirklich etwas erklärt |
| Doppelpunkt-Überschriften | „Effizienz: Der Schlüssel zum Erfolg“ | Frage oder klare Aussage als Überschrift |
| Gleichförmiger Rhythmus | Alle Sätze ähnlich lang, alle Absätze drei Sätze | Kurze und lange Sätze mischen |
| Zusammenfassung am Ende jedes Abschnitts | „Zusammenfassend lässt sich sagen …“ | Weglassen, der Leser hat es gerade gelesen |
Die Liste lässt sich direkt in den Kritik-Durchgang einbauen: „Prüfe den Text auf diese Muster und ersetze sie.“ Ganz verschwinden die Muster dadurch nicht, deshalb bleibt das laute Lesen am Ende der wichtigste Test. Was Sie beim Vorlesen stolpern lässt, stört auch beim Lesen.
Kann man KI-Texte erkennen?
Die kurze Antwort: nicht zuverlässig, jedenfalls nicht mit Software. Das zeigen zwei bekannte Fälle.
der KI-Texte erkannte das Erkennungswerkzeug von OpenAI korrekt, bevor es eingestellt wurde
Fehlalarm-Quote von sieben Detektoren bei Aufsätzen von Nicht-Muttersprachlern
OpenAI hat sein eigenes Erkennungswerkzeug im Juli 2023 nach nur sechs Monaten wieder eingestellt, ausdrücklich wegen geringer Genauigkeit. Eine Studie der Stanford University, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Patterns, hat sieben verbreitete Detektoren getestet. Aufsätze von US-Schülern erkannten sie als menschlich. Bei Texten von Nicht-Muttersprachlern aus einem Englischtest lagen sie dagegen daneben: Im Schnitt stuften sie 61 % davon fälschlich als KI-Text ein. Der Grund: Die Werkzeuge messen, wie vorhersehbar ein Text ist, und einfache, klare Sprache ist vorhersehbar, egal wer sie schreibt.
Für Unternehmen heißt das zweierlei. Erstens: Verlassen Sie sich nicht auf Detektoren, wenn Sie Texte von Agenturen oder Bewerbungen prüfen wollen. Ein Ergebnis von „80 % KI“ ist keine belastbare Aussage. Zweitens: Ihre Leser erkennen KI-Texte trotzdem, nur nicht technisch, sondern am Gefühl. Gleichförmige Sätze, Floskeln und fehlende Konkretheit wirken austauschbar. Dagegen hilft kein Werkzeug, das Texte „unerkennbar“ machen soll, sondern nur echte Inhalte und eine gründliche Überarbeitung.
Auch Google erkennt und bestraft KI-Texte nicht als solche. Laut den Leitlinien von Februar 2023 zählt die Qualität, nicht die Entstehung. Was Google dazu genau sagt, steht im Artikel KI-SEO.
Was rechtlich gilt
Kennzeichnung. Seit dem 2. August 2026 gilt Art. 50 der KI-Verordnung. Für Texte ist nur ein enger Fall erfasst: KI-erzeugte Texte, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, müssen offengelegt werden, es sei denn, ein Mensch hat sie redaktionell geprüft und jemand trägt die redaktionelle Verantwortung. Ein Rechtschreibcheck reicht dafür nicht, gemeint ist eine echte inhaltliche Prüfung. Für geprüfte Blogartikel, Produkttexte und Newsletter eines Unternehmens gibt es keine allgemeine Kennzeichnungspflicht.
Urheberrecht. Reine KI-Texte sind in Deutschland in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt, weil ein Werk eine menschliche Schöpfung voraussetzt. Je stärker Sie auswählen, umschreiben und gestalten, desto eher entsteht Schutz. Umgekehrt dürfen Sie fremde Texte nicht durch die KI umformulieren lassen und als eigene ausgeben. Mehr dazu im Artikel KI und Urheberrecht.
Datenschutz und Vertraulichkeit. Kundendaten, Angebotspreise oder vertrauliche Projektdetails gehören nur in KI-Werkzeuge mit Auftragsverarbeitungsvertrag, bei denen Ihre Eingaben nicht zum Training genutzt werden. Für die meisten Marketingtexte brauchen Sie solche Daten gar nicht. Regeln dazu legen Sie am besten in einer KI-Richtlinie fest.
Haftung. Für veröffentlichte Inhalte haften Sie, nicht die KI. Falsche Produktangaben, irreführende Werbeaussagen oder erfundene Testergebnisse sind ein Wettbewerbsrisiko, egal wer sie formuliert hat.
Welche Werkzeuge sich eignen
Für Unternehmen reicht in den meisten Fällen ein großer KI-Assistent in einer Business-Version. Die bekanntesten sind ChatGPT, Claude, Gemini und Microsoft Copilot. Achten Sie auf drei Punkte: Auftragsverarbeitungsvertrag, kein Training auf Ihren Eingaben und Team-Funktionen, mit denen Sie Briefings und Vorlagen gemeinsam nutzen. Die Kosten liegen bei etwa 20 bis 30 Euro pro Person und Monat.
Spezialisierte Schreibwerkzeuge für Marketingtexte bauen meist auf denselben Sprachmodellen auf und ergänzen Vorlagen und Oberflächen. Sie können für Teams mit hohem Textvolumen bequem sein, nötig sind sie nicht. Testen Sie vor einem Kauf mit Ihrem eigenen Briefing, ob die Ergebnisse wirklich besser sind als im Assistenten.
Wie viel Zeit KI beim Schreiben spart
Pauschale Zahlen sind schwierig, weil sie stark vom Texttyp abhängen. Aus meiner Praxis lässt sich grob sagen: Bei Routinetexten wie Produktbeschreibungen, Zusammenfassungen oder Social-Media-Varianten sinkt der Aufwand am deutlichsten. Bei Fachartikeln bleibt viel Arbeit beim Menschen, nämlich Recherche, eigene Inhalte und Prüfung. Der Gewinn liegt dort eher in der Geschwindigkeit des ersten Entwurfs und darin, dass niemand mehr vor dem leeren Blatt sitzt.
Bei der Memberspot GmbH, einer Plattform für Online-Kurse, habe ich KI-Werkzeuge mit Vorlagen und Schulungen ins Marketingteam gebracht. Laut Referenzschreiben der Geschäftsführung sank die Bearbeitungszeit für Routineaufgaben um 70 %. Möglich war das, weil wir für jede wiederkehrende Textart eine feste Vorlage mit Markenstimme gebaut haben. Ohne diese Vorlagen hätte jede Person anders gepromptet, und die Ergebnisse wären so unterschiedlich gewesen wie die Prompts.
Messen Sie die Zeitersparnis selbst: Wie lange dauert ein typischer Text heute von der Idee bis zur Freigabe? Und wie lange nach vier Wochen mit KI und Vorlage? Das ist die Zahl, die zählt.
Die häufigsten Fehler
Ein-Satz-Prompts. „Schreib einen Blogartikel über Förderbänder“ ergibt einen Text, den es so tausendfach gibt.
Fakten aus der KI übernehmen. Zahlen, Studien, Zitate und Gesetzesangaben immer gegen die Originalquelle prüfen. Sprachmodelle erfinden Quellen, die echt klingen.
Jeder promptet anders. Ohne gemeinsame Vorlagen klingt Ihr Unternehmen auf jedem Kanal anders. Ein gemeinsames Briefing ist die günstigste Lösung.
Masse statt Wirkung. Mehr Texte sind nicht automatisch besser. Messen Sie, welche Texte Anfragen bringen, und machen Sie davon mehr.
Keine Schulung. Wer nie gelernt hat, mit KI zu schreiben, nutzt sie wie eine Suchmaschine. Eine Schulung mit echten Aufgaben aus dem eigenen Alltag hilft am meisten und erfüllt gleichzeitig die Pflicht zur KI-Kompetenz.
Fazit und Empfehlung
KI-Texte sind so gut wie das, was Sie hineingeben. Bauen Sie einmal ein Briefing mit Ihrer Markenstimme, arbeiten Sie in Etappen, prüfen Sie jede Tatsache und lesen Sie den Text vor der Freigabe laut. Dann sparen Sie viel Zeit, ohne dass Ihre Texte nach KI klingen. Wie Sie aus einem guten Text mehrere Formate für LinkedIn und Newsletter machen, zeigen die Artikel KI für Social Media und KI-Newsletter.
Wenn Sie Ihr Team im Schreiben mit KI schulen wollen, sprechen Sie mich an. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Textarten sich bei Ihnen zuerst lohnen.
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Wie schreibe ich gute Texte mit KI?
Mit einem Briefing statt einer Ein-Satz-Anweisung: Zielgruppe, Ziel des Textes, Kernaussage, geprüfte Fakten, eigene Beispiele, Tonalität und Wörter, die Sie nie verwenden. Die KI schreibt den Entwurf, ein Mensch prüft Fakten, schärft die Sprache und gibt frei.
Kann man KI-Texte erkennen?
Nicht zuverlässig. Erkennungswerkzeuge irren sich in beide Richtungen. OpenAI hat sein eigenes Erkennungswerkzeug 2023 wegen geringer Genauigkeit eingestellt, eine Studie in der Fachzeitschrift Patterns zeigte, dass Detektoren Texte von Nicht-Muttersprachlern häufig fälschlich als KI-Text einstufen. Menschen erkennen unbearbeitete KI-Texte eher an typischen Floskeln und gleichförmigem Rhythmus.
Muss ich KI-Texte kennzeichnen?
Nur in einem engen Fall: Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren, müssen seit August 2026 gekennzeichnet werden, wenn sie ohne menschliche redaktionelle Prüfung veröffentlicht werden (Art. 50 Abs. 4 KI-Verordnung). Für geprüfte Marketing- und Fachtexte gibt es keine allgemeine Kennzeichnungspflicht.
Sind KI-Texte urheberrechtlich geschützt?
Ein Text, den eine KI ohne nennenswerten menschlichen Gestaltungsanteil erzeugt, ist nach deutschem Recht in der Regel nicht geschützt. Je mehr Sie selbst auswählen, umschreiben und gestalten, desto eher entsteht ein geschütztes Werk. Details stehen im Artikel KI und Urheberrecht.
Welches KI-Tool eignet sich zum Texte schreiben?
Für Unternehmen ein großer KI-Assistent in einer Business-Version, etwa ChatGPT, Claude, Gemini oder Microsoft Copilot, mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Die Unterschiede in der Textqualität sind kleiner als die Unterschiede, die ein gutes Briefing ausmacht.
Quellen
- OpenAI: New AI classifier for indicating AI-written text (Hinweis zur Einstellung vom 20.07.2023)
- Liang u. a.: GPT detectors are biased against non-native English writers (Patterns, 2023)
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 50
- Google Search Central: Google Search's guidance about AI-generated content · 08.02.2023
- Bitkom: Marketingtrends, Unternehmen sehen KI an der Spitze · 12.02.2026, 180 Unternehmen
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